Birkenberg-Lehrpfad bei Bollschweil

freitag, 21.07.2017

Dem Bergbau auf der Spur 

Der Birkenberg-Lehrpfad bei Bollschweil informiert über den Silberabbau im Mittelalter
Von Manuela Müller 
Dort soll ein großes Holzrad gestanden haben, das das Wasser aus den Schächten befördert hat? Wir sehen Felsbrocken, Gräser, Nacktschnecken, Wildkräuter, bemooste Baumreste, Farne und eine Schneise, die sich zwischen zwei Felswänden gebildet hat. Die Schneise – so erklärt das Schild auf dem Birkenberg-Lehrpfad zwischen Bollschweil und St. Ulrich – ist ein eingestürzter Bergbaustollen, an dessen Eingang das Förderrad angebracht war. 
Wo genau es gestanden haben mag, können wir uns nicht vorstellen. Denn der Birkenberg, der im Mittelalter von zahlreichen Arbeitern bevölkert und behauen wurde, ist stark bewachsen. Wo vom 12. bis zum 14. Jahrhundert Silber, Kupfer und Blei gewonnen wurde, wo Schmiede, Köhler und Minenarbeiter in der rauchigen Luft ihre Muskelkraft einsetzten, dort steht heute dichter Wald. Daneben plätschert die Möhlin, die oberhalb von St. Ulrich entspringt. Wanderer brausen mit ihren Autos Richtung Geiersnest hoch. Wir befinden uns gedanklich noch im 21. Jahrhundert.
Den eingestürzten Schacht lassen wir hinter uns, nehmen den schmalen Trampelpfad nach rechts und gehen damit in die falsche Richtung. Wir stehen vor der Ruine der Birchiburg. Trinkpause und zurück auf den Weg. Immerhin haben wir den Endpunkt des Lehrpfades nun schon von Nahem gesehen. Und damit kommt uns das Mittelalter auch näher.
Die Forststraße führt bergan und leitet uns auf einen Pfad, der links steil den Hang hinauf führt. Die nächsten Infotafeln regen unsere Fantasie an: Ein Mundloch, also der oberirdische Eingang eines Bergstollens, ist so groß, dass die neun- und elfjährigen Kinder sogar durchpassen würden. Die ärgern sich, dass sie keine Taschenlampen dabei haben, um den in Stein gemeißelten Gang zu erkunden. Sie sind schon im mittelalterlichen Silberrausch. Die Steine und Felswände werden genau begutachtet.
Steil windet sich der Pfad im Zickzackkurs den Berg hinauf. Dank der Infotafeln können wir uns immer besser vorstellen, was in diesem Stück märchenhaften Waldes im Mittelalter los war. Wir erkennen Pingen und Halden auf dem bewachsenen Boden und wissen nach den 1,6 Kilometern und zwei Stunden sogar, was diese Fachausdrücke bedeuten. 
Wir klettern über einen umgeknickten Baumstamm, achten gut auf unsere Schritte: Hier ein Steinchen, da ein Schmetterling, eine Wurzel, reife Himbeeren, ein bemooster Baumstumpf, eine Lichtung. Darauf Mauerreste der Birchiburg. Dank des Grundrissplans erfahren wir auch, wo wir vorher unsere Trinkpause gemacht hatten: am ehemaligen Abortturm. Igitt! Besser nicht daran denken und schnell runter zur Grillhütte neben der Möhlin. Nach dem Auf und Ab durch das mittelalterliche Bergbaurevier ruft der Hunger.

Tiny-Häuser und die Stadt Schorndorf


Tiny-Häuser

Sie möchten gerne in einem Tiny-Haus wohnen, Ihnen fehlt aber noch das pas­sende Grund­stück?

In Schorn­dorf sind der­zeit fünf Bau­par­zellen für die Be­bauung mit Tiny-Häu­sern zur be­fris­teten Pacht aus­ge­schrieben.

Ver­füg­bare Flä­chen für Tiny-Häuser

Fünf Bau­par­zellen für Tiny-Häuser bis 35 m² zur Pacht

  • Lin­denweg in Schorn­dorf

zur Be­wer­bung

Wie wollen wir in Zu­kunft wohnen? Al­ter­na­tive Wohn­formen rü­cken in den Fokus

Zur Er­pro­bung neuer Wohn­formen hat der Ge­mein­derat in seiner Sit­zung am 28. Mai 2020 für drei Be­reiche die Be­reit­stel­lung von Flä­chen für die Rea­li­sie­rung von Tiny-Häu­sern be­schlossen. Mit diesem Grund­satz­be­schluss bringt die Stadt Schorn­dorf ein neues städ­te­bau­li­ches Format auf den Weg. Das Tiny-Haus-Pro­jekt in Schorn­dorf ist ein (Wohn-)Ex­pe­ri­ment. Bei den Grund­stü­cken han­delt es sich um städ­ti­sche Grün­flä­chen, die sich auf­grund ihrer Be­schaf­fen­heit nicht für eine kon­ven­tio­nelle Bau­weise eignen. Aus diesem Grund werden im Rahmen von be­fris­teten Pacht­ver­trägen mit einer Lauf­zeit von etwa 10 Jahren (mit mög­li­cher Ver­län­ge­rungs­op­tion, der­zeit nicht ab­schätzbar) ge­zielt Flä­chen zur Be­bauung von orts­festen Tiny-Häu­sern (keine mo­bilen, auf Trailer ge­bauten, rol­lenden Tiny-Häuser) zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Was ist ein Tiny-Haus?

"Tiny Li­ving" in einem "Tiny-House" (eng­lisch = win­ziges Haus) be­deutet Wohnen auf kleinstem Raum. Bei einem Tiny-Haus han­delt es sich um die kleinste Form von Wohn­ge­bäuden, so­ge­nannten Kleinst­häuser be­zie­hungs­weise Mi­kro­häuser mit einer Wohn­fläche von etwa 15 bis 45 Qua­drat­meter. 

Die al­ter­na­tive Wohn­form richtet sich an Men­schen mit mi­ni­ma­lis­ti­schem, res­sour­cen­scho­nendem und um­welt­be­wusstem Le­bens­stil, die auf kleinstem Raum dau­er­haft wohnen möchten und „Down­si­zing" be­treiben – also nur das haben, was sie wirk­lich be­nö­tigen.

Wie geht´s in Schorn­dorf weiter?

Im ersten Schritt werden auf einer Fläche am Lin­denweg fünf Bau­par­zellen ent­stehen. Die Aus­schrei­bung läuft bis zum 28. Fe­bruar 2021. Die Flä­chen sollen vor­aus­sicht­lich ab Mitte 2021 für eine Be­bauung zur Ver­fü­gung stehen. In einem spä­teren Schritt (frü­hes­tens Mitte 2021) sollen zwei wei­tere Be­reiche in der In­nen­stadt näher be­trachtet und auf eine mög­liche Be­bauung mit Tiny-Häu­sern un­ter­sucht werden.

Gerne können Sie sich in die In­ter­es­sen­ten­liste ein­tragen. Wir in­for­mieren Sie, so­bald Ein­zel­heiten be­kannt sind.